Monastir - Mausoleum Habib Bourguiba
Überblick
Monastir ist die Geburtsstadt des ehemaligen tunesischen Präsidenten Habib Bourguiba (1903 - 2000), zu dessen Ehren eine Moschee (Dschâmi' Burqîba) und ein Mausoleum (Turbat Âl Burqîba) errichtet wurden, und dessen ehemaliger Palast sich an der Straße zum Flughafen Monastir befindet, welcher ebenfalls seinen Namen trägt. Habib Bourguiba wurde am 3. August 1903 in Monastir geboren. Er war zwischen 1957 und 1987 der erste Präsident der Tunesischen Republik. Er verstarb am 6. April 2000 ebenfalls in Monastir, seiner Geburts- und Heimatstadt. Sein Leichnam ruht in einem eigens für ihn errichteten Mausoleum, an dem bereits ab 1963 gebaut wurde und das 1987 bereits fertiggestellt wurde- also noch zu seinen Lebzeiten. Errichtet wurden die Gebäude nach Plänen des Archtikten Olivier-Clément Cacoub. Die gesamte Anlage steht heute unter Denkmalschutz.
Habib Bourguiba stammte aus einer mittelständischen Familie. Sein Vater war Armeeoffizier, er selbst war das Jüngste von acht Geschwistern. Von 1927 bis 21. Juli 1961 war er verheiratet mit der Französin Mathilde Lorrain aus Saint-Maur-des-Fossés, die fortan den Namen Moufida Bourguiba trug. Sein Sohn Habib Bourguiba junior wurde im April desselben Jahres geboren und später unter seinem Vater erst Botschafter Tunesiens in Frankreich und dann Außenminister.
Habib Bourguiba besuchte als Kind nach der Grundschule das Collège Sadiki in Tunis und machte am Lycée Carnot de Tunis 1924 sein Baccalauréat (entspricht dem Abitur). Noch im selben Jahr zog er nach Paris, wo er bis 1927 an der Sorbonne in Rechts- und Politikwissenschaften diplomierte. [1]
1932 gründete Bourgiba mit Parteifreunden die Zeitung L’Action Tunisienne, um die sich die tunesische Unabhängigkeitsbewegung formierte. Aus diesem Kreis gründete er – zunächst noch Mitglied der Destur-Partei – nach seinem Studium am 1. März 1934 die Neo-Destur-Partei, die für die Unabhängigkeit Tunesiens von Frankreich eintrat. 1947 siedelte er nach Ägypten um und vertrat in der neu gegründeten Arabischen Liga den Maghreb. Später kehrte er nach Frankreich zurück und kam mehrfach in französische Haft, blieb aber dennoch anerkannter Anführer seiner Partei, die den radikalen Flügel des tunesischen Unabhängigkeitsstrebens repräsentierte. [1]
Im Januar 1952 wurde Bourguiba verhaftet. Es gab Aufstände in der Region Cap Bon; der neue französische Generalresident Jean de Hauteclocque dekretierte das Kriegsrecht. Er verbrachte die meiste Zeit unter Zwangsaufenthalt („résidence surveillée“) auf der Insel Île de la Galite. Bereits während seiner letzten Haftstrafe verhandelte er inoffiziell mit der französischen Regierung über die Unabhängigkeit Tunesiens. 1955 wurde er freigelassen, kehrte unter dem Jubel der Menschen im Juni 1955 nach Tunesien zurück und verdrängte seinen Rivalen Salah Ben Youssef aus der Parteiführung. Am 20. März 1956 musste Frankreich Tunesien in die Unabhängigkeit entlassen.
Zunächst Ministerpräsident, wurde Bourguiba nach der von ihm herbeigeführten Absetzung des Königs Muhammad VIII. al Amin erster Staatspräsident der am 25. Juli 1957 ausgerufenen Republik Tunesien. Er verfolgte einen autoritären Regierungsstil, durch den er nahezu alle Lebensbereiche seiner Untertanen zu regeln versuchte. In seinem Amt ließ er sich 1975 auf Lebenszeit bestätigen. [1]
Trotz der Spannungen mit Frankreich um die Fragen des Truppenabzugs aus Tunesien und der Enteignung ausländischen Grundbesitzes verfolgte Bourguiba eine westlich ausgerichtete Politik. Er machte im Februar und März 1965 eine Reise in Länder des Nahen Ostens. Ein besuchtes palästinensisches Flüchtlingslager bei Jericho sah er kritisch. Kurz darauf plädierte er dafür, als Teil einer Verhandlungslösung gemäß der UN-Erklärung zum Rückkehrrecht der Nakba-Vertriebenen von 1948, Israel in den Grenzen des UN-Teilungsplans für Palästina (1947) anzuerkennen. Ägyptens Staatschef Gamal Abdel Nasser warf Bourguiba daraufhin vor, er wolle einen „imperialistisch-zionistischen Plan ausführen, um die Moral der Araber zu untergraben“. Israel seinerseits ignorierte Bourguibas Friedensinitiative und zeigte keinerlei Reaktion.
Vergleichbar mit Mustafa Kemal Atatürk sah Bourguiba Islamisten als existentielle Bedrohung für das Wesen des tunesischen Staates. [1]
Die Förderung des Säkularismus sah er eng verbunden mit dem Auftrag und der Natur des Staates. Weil Islamisten diesem fundamentalen politischen Prinzip nicht zustimmten, wurde ihnen der Zugang zum politischen System in Gänze verweigert. Nach Bombenattentaten in Urlaubsgebieten setzte er sich für Hinrichtungen von Islamisten ein. Er war oft ein Gegner muslimischer religiöser Traditionen; so sprach er vom Schleier als einem „abscheulichen Fetzen“.
Nachdem er an die Macht gekommen war, enteignete er Grundbesitz in den Händen islamischer Einrichtungen, überführte die von religiösen Normen bestimmte Gerichtsbarkeit in ein säkulares Rechtssystem und erließ ein säkulares Zivilrecht. [1]
1961 wurde Bourguibas erste Ehe geschieden. Im darauffolgenden Jahr heiratete er Wassila Ben Ammar (verstorben 1999), die einer einflussreichen tunesischen Familie entstammte. Diese Ehe wurde 1986 geschieden, zuvor jedoch übte Ammar faktisch die tunesischen Amtsgeschäfte aus, da Bourguiba aus Altersschwäche zunehmend nicht mehr am politischen Leben teilnahm oder teilnehmen konnte.
1981 wurde die Einparteienherrschaft abgeschwächt und Oppositionsparteien zugelassen. [1]
Entmachtung
Im November 1987 wurde Bourguiba von Zine el-Abidine Ben Ali „aus Altersgründen“ abgesetzt. Ben Ali stellte ihn unter Hausarrest und wurde am 7. November 1987 neuer tunesischer Staatspräsident. Nach Habib Bourguiba wurden die Stadt Menzel Bourguiba sowie in vielen Städten Tunesiens Straßen benannt, darunter die berühmte Prachtstraße Avenue Habib Bourguiba in der Hauptstadt Tunis. Außerdem sind der internationale Flughafen von Monastir und der Bahnhof in Monastir nach dem ehemaligen Präsidenten benannt.
Zu Bourgibas Ehren und Andenken wurden außerdem schon zu seinen Lebzeiten in seiner Geburtsstadt Monastir eine Moschee (Dschâmi' Burqîba) und ein Mausoleum (Turbat Âl Burqîba mit Dauerausstellung zu Habib Bourguiba) mit einem gewaltigen Vorplatz errichtet. [1]
Mausoleum Habib Bourguiba
Das Bourguiba-Mausoleum ist ein Grabmal in Monastir, Tunesien. Es beherbergt die sterblichen Überreste des ehemaligen Präsidenten Habib Bourguiba, des Vaters der tunesischen Unabhängigkeit, der am 6. April 2000 starb. Das Mausoleum, ab 1963 zu Lebzeiten Bourguibas im traditionellen Stil (moderner arabisch-muslimischer Stil) erbaut, befindet sich im westlichen Teil des Friedhofs Sidi El Mézeri, dem Hauptfriedhof der Stadt, am Ende der etwa 200 Meter langen und 30 Meter breiten Hauptallee.
Das von zwei 25 Meter hohen Minaretten flankierte Gebäude wird von einer goldenen Kuppel bekrönt, die wiederum von zwei grünen Kuppeln umgeben ist. Das Eingangstor des Mausoleums und das Tor, das es vom restlichen Friedhof trennt, sind zwei herausragende Beispiele tunesischer Baukunst. [2]
Grabmal
Monastir, dessen Zentrum vorbildlich restauriert wurde, ist die Geburtsstadt des verstorbenen Präsidenten Habib Bourguiba. Sein Grab befindet sich in einem großzügig angelegten Mausoleum schräg gegenüber dem Ribat von Monastir. Das Mausoleum wurde bereits ab 1963 als Grabmoschee des Präsidenten und seiner Familie errichtet. Beeindruckend ist die Verwendung von edelsten Baumaterialien:
Die beiden die Kuppel umsäumenden, 25 Meter hohen Minarette etwa sind aus italienischem Marmor erbaut. [2]
Wunderschön ist der Platz vor der Begräbnisstätte des Ex-Präsidenten Bourguiba und überall säumen Palmen die penibel sauber gehaltenen Straßen. Cafés und Restaurants im landestypischen Stil prägen das Stadtbild. Die Stadt Monastir ist eine Mischung aus alt und modern. Während der Hochsaison gibt es hier zahlreiche Feste und Pferderennen. Bemerkenswert fand ich die Sauberkeit der öffentlichen Plätze und Straßen in der Stadt (letzter Besuch im März 2018). [2]
Kleines Museum
Das Mausoleum in Monastir beherbergt nicht nur die sterblichen Überreste des verstorbenen Präsidenten und seiner ersten Frau Mathilde, sondern auch die seiner Eltern und Brüder sowie weiterer Familienmitglieder in zwei anderen Räumen. Das Gebäude wurde im Jahr 1978 erweitert.
Das Mausoleum beherbergt ein kleines Museum mit persönlichen Gegenständen von Präsident Bourguiba: seinen Schreibtisch aus dem Präsidentenpalast in Karthago, seine Stifte, Pässe und seinen Personalausweis, seine Brille sowie Fotografien und Kleidung (westliche und traditionelle: Jebba, Chechia, Fes).
Am 21. Januar 2021 wurde es per Dekret zum denkmalgeschützten Bauwerk erklärt. [2]

Monastir - Medina
Auf dem Weg zur Medina gelangt man zunächst zum Ribat Sidi Dhouib, einem kleineren Gebäude aus dem 9. Jahrhundert, dessen Untergeschoss heute restauriert ist. Neben dem kleinen Ribat erhebt sich die Große Moschee - sie stammt aus dem 10. Jahrhundert - in direkter Nachbarschaft zur Grabmoschee Saida. Unterhalb liegt das Hafenbecken mit den beiden vorgelagerten Inseln Ile Sidi el Gadamsi und lle el Oustania, die zum Tauchen einladen.....
Weitere Informationen zur Medina von Monastir in Tunesien finden Sie hier....!
Ribat
Der Ribat ist ein altes, an der Küste gelegenes Wehrkloster. Es wurde ursprünglich Monasterium genannt. Es bietet sich als Ausgangs- und Orientierungspunkt bei der Stadtbesichtigung an. Der arabische Baumeister Harthama Ben Ayan hat das Bauwerk im Jahr 796 errichtet, das neben dem Wehrkloster von Sousse zu den ältesten Festungsanlagen des gesamten afrikanischen Nordens gehört und heute eine oft genutzte Filmkulisse bietet. Im ehemaligen Gebetssaal im Obergeschoss ist ein sehenswertes islamisches Museum beheimatet....
Weitere Informationen zum Ribat von Monastir in Tunesien finden Sie hier....!
Quellenverzeichnis:
1.: Die Informationen zum ehem. tunesischen Staatspräsidenten Habib Bourguiba basieren auf dem Artikel Habib Bourguiba vom 23.03.2025 und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB]
für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
2.: Die Informationen zum Mausoleum des ehem. tunesischen Staatspräsidenten Habib Bourguiba in Monastir stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 17.01.2026!
Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Geburtshaus von Habib Bourguiba - Autor: Mietek L" - "Blick auf die Mauern und Türme des Ribat von Monastir - Autor: Dennis G. Jarvis" sind lizensiert unter der Creative Commons-Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported".
Das Foto aus der Wikimedia Commons "Blick auf die Galite-Inseln und das Haus, in dem Präsident Bourguiba im Exil lebte - Autor: Issam Barhoumi" steht unter der Creative Commons Lizenz Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0).
Die Zahlen zur Bevölkerungsstruktur des Gouvernorats Monastir stammen vom Institut Nationale de la Statistique Tunisie.





